Es sollte mittlerweile den meisten Nutzern bekannt sein, dass Microsoft den Support für das Betriebssystem Windows XP eingestellt hat und keine weiteren Updates zur Verfügung stellen wird. Das bedeutet im Klartext, dass eine Vielzahl der betroffenen Computer auf Sicherheitsupdates und Unterstützung seitens Microsoft verzichten muss. Gut, es wird im Internet und in anderen Medien viel Panik gemacht, die zwar nicht ganz unberechtigt ist, sich jedoch auch weitgehend mit entsprechenden Sicherheitsmaßnahmen relativieren lässt. Daher werden wir in diesem Artikel auf Sicherheitsmaßnahmen eingehen, die dazu beitragen können, dass der Computer auch nach dem Ende des Support für Windows XP, frei von Viren bleibt.

Die einfachste Lösung, den eigenen Computer mit aktuellen Updates zu versorgen, ist auf ein aktuelles Betriebssystem wie Microsoft Windows 7 bzw. Windows 8.1 umzusteigen. Doch leider ist ein Umstieg auf ein neueres Betriebssystem nicht immer ohne Weiteres möglich, weswegen wir hier ein paar Maßnahmen näher bringen werden, die uns etwas Zeit bis zum Kauf bzw. zum Umstieg auf ein neues Betriebssystem verschaffen können.

Für das aktuellste Microsoft Windows XP sorgen:

Gut, es gibt zwar keine neuen Updates mehr für Windows XP, aber dennoch sollten wir dafür sorgen, dass die letzten Updates eingespielt sind und zumindest die letzten bekannten Fehler und Sicherheitslücken geschlossen wurden. Wir sollten daher überprüfen, welches Update unser Windows Betriebssystem zuletzt erreicht hat. Gehen wir dazu auf: „Start“, „Ausführen“ und geben dort den Befehl: „winver“  (ohne Anführungszeichen) ein. Es öffnet sich nun ein neues Fenster, das uns angibt, welches Windows XP Servicepack installiert ist. Sollten wir Windows XP Service Pack 3 installiert haben, haben wir zumindest das letzte große Update installiert. Falls wir eine frühere Version (also Service Pack 1 oder Service Pack 2) installiert haben, sollten wir das letzte große Update Paket herunterladen und natürlich auch gleich installieren. Wir haben es sicherheitshalber als Download angehängt. Laden wir es also runter und speichern es vielleicht gleich auf einer externen Festplatte, einem USB Stick oder brennen es auf einer CD, falls wir mal keinen Zugriff auf das Internet haben sollten und das Update trotzdem installieren müssen.

Download Microsoft Windows XP Service Pack 3:

[sociallocker]Download XP SP3[/sociallocker]

Verfügbare & ältere Updates von Windows XP herunterladen:

Selbst wenn Microsoft keine neuen Updates für Windows XP zur Verfügung stellt, kann man nach wie vor die früheren Updates auf der Microsoft Internetseite herunterladen. Diese Updates kann man beispielsweise über: „Start“, „Systemsteuerung“ und dann auf „Aktualisierungen“ aufrufen.

Wenn man hier alle Updates herunterlädt und installiert, hat man Windows XP auch sofort mit den letzten drei Service Packs versorgt. Die Frage die sich hier stellt, ist wie lange Microsoft diese Updates noch zum Download anbieten wird. Sollte es jedoch soweit kommen, dass die Update Dateien auf den Microsoft Servern  nicht mehr verfügbar sind, kann man sich vorher ein Backup der Updates erstellen, so dass man die heruntergeladenen Updates auch zu einem späteren Zeitpunkt aufrufen kann. Wobei wir auch schon beim nächsten Punkt wären.

Falls es also wirklich soweit kommt, dass Microsoft die Updates für Windows XP nicht mehr zur Verfügung stellt, kann man sich mit dem Programm: „WSUS Offline Update„, sicherheitshalber die Updates herunterladen, die bis zum Supportende von Windows XP existierten und auf einer Festplatte oder einem anderen Datenträger absichern.

Windows XP nach Support ohne Viren - WSUS Offline Update

Mit dem Programm kann man auch für andere Produkte von Microsoft, entsprechende Updates herunterladen und abspeichern. Wie mann sehen kann, unterstützt das Programm die Downloads der Updates für Microsoft Windows XP, Server 2003, Vista, Server 2008, Windows 7, Windows 2008, Windows 8.1, Microsoft Office 2003,2007, 2010 und Office 2013.

Alternative Browser zum Microsoft Internet Explorer nutzen:

Wer im Internet surft, wird auch nicht drum herum kommen, einen aktuelleren Browser zu nutzen. Leider wird der Internet Explorer nicht mehr für Windows XP weiterentwickelt und Updates für die zuletzt funktionierende Version des Internet Explorers (für Windows XP), wird es auch keine mehr geben. Deswegen wird man sicherlich besser bedient sein, wenn man aktuellere Browser wie zum Beispiel: „Mozilla Firefox, Google Chrome oder Opera“ herunterlädt und installiert.

Wer jedoch nicht vom Internet Explorer weg möchte, muss sich darauf einstellen, dass früher oder später die Standards des Internets (zum Beispiel: Darstellungen von Internetseiten & Medien) wesentlich weiter entwickelt sein werden, als die verwendete Version des Internet Explorers es zulässt.

Unnötige bzw. veraltete Programme deinstallieren:

Es gibt viele Programme, die beispielsweise auf Grund von Programmierfehlern entsprechende Schwachstellen aufweisen können und somit potentielle Anlaufstellen für Viren und andere schadhafte Programme sind. Deshalb sollte man schauen, dass man stets aktuelle Versionen der installierten Programme auf dem Computer nutzt. In einem anderen Artikel haben wir bereits davon berichtet, welche Programme gute Dienste erweisen und die Suche nach verfügbaren Updates für installierte Programme für uns automatisch übernehmen.

Falls es keine passenden Updates gibt, oder die Programme in aktuelleren Versionen nicht mehr auf Windows XP funktionieren, sollte man sich überlegen, ob man diese Programme wirklich nutzen muss. Gegebenenfalls sollte man die Deinstallation dieser (veralteten) Programme in Erwägung ziehen.

Aktuelle Antiviren Programme nutzen:

Kein Internet ohne vernünftiges Antivirus Programm! Diesen Leitsatz sollten wir sowieso immer im Hinterkopf behalten. Nutzer von Microsoft Security Essentials sollten jedoch wissen, dass ab dem 14. Juli 2015 die Unterstützung für Windows XP komplett eingestellt wird. Doch hier gibt es ebenfalls zahlreiche Alternativen, die sicherlich den Schutz für Windows XP über den 14. Juli 2015 hinaus, anbieten werden.

Regelmäßige Updates vom Betriebssystem erstellen:

Unabhängig davon welches Betriebssystem man nutzt, sollte man regelmäßig Backups der Festplatte erstellen. Hier reicht es jedoch nicht, alle paar Monate mal ein Backup zu erstellen. Denn das Problem dabei  ist, dass man bei einem kompromittierten System, das Backup inklusive Virus, Trojaner oder anderer Schadsoftware (zum Beispiel: Malware oder Adware) erstellt und somit auch nicht wirklich etwas gewonnen hat. Idealerweise nutzt man für die verschiedenen Dateitypen unterschiedliche Anbieter bzw. Programme, die das für uns erledigen. Sollte es nämlich mal zu einem Crash kommen und sich das Betriebssystem nicht mehr starten lassen, kann man somit noch immer auf die Dokumente, Bilder, etc. zurückgreifen und diese auf ein sauberes & sicheres Windows XP einspielen. Obwohl ich nicht wirklich etwas von Online Speicher (Stichwort: Cloud) Diensten halte (da auch sie Sicherheitslücken aufweisen können), kann man diese Dienste für unsere Zwecke recht gut nutzen.

Sensible Aufgaben bzw. Arbeiten vermeiden:

Generell sollte man Vorsicht walten lassen, wenn es um sensible Aufgaben geht, die beispielsweise das Online Banking beinhalten. Man darf nach wie vor nicht vergessen, dass die besten Updates und Vorkehrungen nichts bringen, wenn die nachträglich auftretenden Sicherheitslücken nicht gestopft werden. Daher ist es eher ratsam, auf sensible Arbeiten an einem Windows XP Computer zu verzichten. Wer dennoch nicht darauf verzichten kann, sollte ggf. mit einer virtuellen Maschine oder einer Sandbox arbeiten und darauf Windows XP oder ein anderes Betriebssystem installieren.

Eingeschränkte Benutzerkonten verwenden:

Windows XP bietet die Möglichkeit, Benutzerkonten zu erstellen. Daher sollte wir dafür sorgen, dass wir im produktiven Einsatz ein eingeschränktes Konto erstellen und nutzen. Mit diesem eingeschränkten Konto können wir nämlich dazu beitragen, dass nicht jedes x-beliebige Programm auf dem eigenen Windows XP Computer installiert werden kann.

Windows XP absichern - eingeschränkte Benutzerkonten

Unsichere Windows Komponenten deaktivieren bzw. entfernen:

Nicht nur der eventuell veraltete Internet Explorer wird dazu genutzt, um Internetseiten in Windows XP aufzurufen. Es können auch Internetseiten über installierte Programme aufgerufen werden und schadhaften Code einschleusen. Daher sollte man tunlichst darauf achten, dass man nicht nur Programme deinstalliert, die Internetseiten aufrufen können, sondern auch von Windows Programmen wie den Windows Messenger oder Outlook Express absehen. Übrigens, man kann auch über das Menü: „Windows Komponente“ den Internet Explorer löschen, da dieser ja eh nicht für Windows XP mit Updates versorgt wird. Stattdessen nehmen wir dann einen aktuelleren Browser (siehe oben).

Enhanced Mitigation Experience Toolkit installieren:

Das Tool wird auch gerne EMET genannt und dient dazu, das Ausnutzen von bekannten Sicherheitslücken zu verhindern. Es wurde dazu entwickelt, um Programme auch nach der Installation weiter abzusichern und somit vor bekannten Schwachstellen zu schützen. Das Programm ist zwar nun in englischer Sprache verfügbar, aber dafür relativ einfach zu verstehen. Falls es gewünscht wird, können wir dazu auch gerne eine Anleitung schreiben. Also einfach melden. ;) Der Download von EMET sollte lediglich über die offizielle Internetseite von Microsoft stattfinden.

Windows XP absichern - EMET

Lesen, nachdenken, handeln:

Wie bereits Anfangs gesagt, gibt es viel Panikmache über das Ende von Windows XP im Internet. Sicherlich ist sie größtenteils berechtigt, doch wenn man bei der Nutzung des Internets seinen Kopf einschaltet, kann man sich jede Menge Ärger ersparen. So sollte man sein Surfverhalten mit einem veralteten Betriebssystem gründlich überdenken und vielleicht auch zwei mal darüber nachdenken, ob man irgendwelche dubiosen Internetseiten besucht, im Internet einkauft oder den Flash Player aktiviert lässt. Wenn man also den oben genannten Punkten etwas Beachtung schenkt und mit Köpfchen bei der Sache ist, sollte man auch weiterhin Windows XP nutzen können.

Falls irgendwas unklar ist oder wir etwas hier vergessen haben sollten, könnt Ihr euch gerne bei uns melden.

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