In einem anderen Artikel habe ich ja bereits darüber geschrieben, wie man mit wenigen Handgriffen am eigenen Windows Betriebssystem, unnötige Dienste deaktiviert, die das installierte Betriebssystem ausbremsen können. In diesen zweiten Artikel, werde ich erklären, wie man mit MSCONFIG und der Windows Ereignisanzeige arbeitet, um Windows schneller booten zu lassen.

Gehen wir davon aus, dass wir ein relativ gut gepflegtes Win0dows Betriebssystem nutzen. Damit meine ich, dass nicht wie auf vielen Windows Computern es der Fall ist, zahlreiche Toolbars und anderer unnötiger Schnickschnack (Mal- bzw. Spyware) darauf installiert ist. Falls Du Dir nicht sicher bist, ob du ein sauberes Betriebssystem besitzt, solltest Du mit Programmen wie zum Beispiel: „Malwarebytes“ dein System auf eben diese Schadsoftware überprüfen. Ich werde ich sicherlich bald dazu eine kleine Anleitung schreiben. Beginnen wir aber erst einmal mit den verschiedenen Möglichkeiten, das Windows 7 Betriebssystem schneller starten bzw. booten zu lassen.

1. Vorbereitung:

Bevor wir mit der Arbeit am Windows Computer beginnen, sollten wir in Erfahrung bringen, wie lange unser Windows Rechner benötigt, um zu booten. Hier haben wir die Möglichkeit auf verschiedene Hilfsmittel zurückzugreifen. Mit der Stoppuhr gemessen, beträgt der Bootvorgang meines Computers 1 Minute und 3 Sekunden. Wir können jedoch auch mit dem in Windows integrierten Eventviewer ermitteln, wie lange Windows tatsächlich zum booten benötigt. Um die Ereignisanzeige zu starten, starten wir das Programm: „eventvwr“. Im linken Verzeichnisbaum wählen wir nun „Anwendungs- und Dienstprogramme -> Microsoft -> Windows -> Diagnostics-Performance“ aus. Welcher Punkt genau gemeint ist, ist anhand des Screenshots recht gut zu erkennen.

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Wählen wir hier nun den Punkt „Betriebsbereit“ aus, wird im mittleren Fenster eine ganze Reihe Ereignisse aufgelistet. Bei mir sind es aktuell 153 Fehler- und Warnmeldungen. Die Übersicht kann man sich natürlich auch noch etwas sortieren, um sich einen besseren Überblick zu verschaffen.  Da wir die aktuellste ID benötigen, werden wir auch die Sortierung nach Datum und Uhrzeit vornehmen. Dazu reicht ein einfacher Mausklick auf die obere Leiste „Datum und Uhrzeit“.

Wir benötigen den Eintrag mit der Ereignis-ID 100, um die Startvorgänge, sowie die dauer des Bootens anzeigen zu lassen. Zur Verdeutlichung habe ich einen Screenshot angehängt. Der untere, rot umrandete Wert stellt die Startdauer in Millisekunden dar. Hierbei muss man jedoch beachten, dass lediglich die Zeit gemessen wird, die zwischen der ersten Windows Datei und dem zuletzt initialisierten Windows Dienst, vergeht.

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Interessant wird es jedoch erst, wenn man die verschiedenen Fehlermeldungen beim Booten von Windows näher untersucht. Hier kann man anhand der verschiedenen Ereignis ID’s schnell herausfinden, was den Bootvorgang des Betriebssystems eventuell bremst. So deuten folgende ID’s eventuell auf diese Probleme hin:

  • Fehler ID 101: Unnötige Verzögerung des Bootens, durch ein installiertes Programm.
  • Fehler ID 102: Die Initialisierung des Treibers benötigt überdurchschnittlich lange und verzögert damit das Booten des Windows Betriebssystems.
  • Fehler ID 103: Ein Windows Dienst benötigt länger als erwartet und verlangsamt das Starten von Windows.
  • Fehler ID 109: Die Initialisierung einer Hardwarekomponente verzögert den Systemstart.

Falls Du noch mehr Fehler ID’s kennst, kannst Du sie gerne hier mitteilen. Ich werde sie dann in diesem Artikel einbringen.

Nun sollte man natürlich schauen, dass man auf die entsprechenden Fehler in der Windows Ereignisanzeige eingeht. Eventuell kannst Du beispielsweise Programme aus den Autostart-Einträgen von Windows herausnehmen oder ggf. auch die entsprechenden Dienste deaktivieren, die beim Start von Windows ebenfalls gestartet werden.  Vielleicht empfiehlt es sich auch, die aktuellsten Treiber der genutzten Hardware zu installieren bzw. zu aktualisieren. Du siehst also, es gibt viele Möglichkeiten, den Bootvorgang von Microsoft Windows zu beschleunigen.

2. Autostart Einträge bereinigen:

Generell werden im Laufe der Zeit, zahlreiche Programme installiert und deinstalliert. Leider passiert es mir auch oft, dass ich nicht mehr benötigte Programme auf meinem Windows Computer installiert lasse und diese auch beim Start des Betriebssystems, auch mitgestartet werden und somit den Bootvorgang  entsprechend verlangsamen. Man kann also entweder das unnötige Programm deinstallieren oder einfach den dazugehörigen Autostart Eintrag entfernen.

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Öffnen wir dazu  MSCONFIG, indem wir unter: „Start ->  Ausführen -> MSCONFIG“ eingeben. Es öffnet sich dann die Windows Systemkonfiguration.

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Wir können hier nun die Programme abwählen, die nicht mit Windows zusammen gestartet werden sollen. Wir sollten jedoch darauf achten, dass wir nicht sicherheitsrelevante Anwendungen wie Antivirusprogramme, etc. deaktivieren.  Nachdem die unnötigen Einträge abgewählt wurden, klicken wir noch auf: „Übernehmen“ und bestätigen die Auswahl mit einem Mausklick auf „Ok“. Um die Änderungen zu übernehmen, musst Du nun noch das Betriebssystem einmal neustarten.

3. Nutzung von mehreren Kernen:

Wir bleiben weiterhin in der Systemkonfiguration und wechseln nun in den Reiter „Start“, um Windows so einzustellen, dass garantiert immer während des Bootvorgangs auch unser Multicore Prozessor angesprochen wird.  Wählen wir also den Reiter „Start“ aus und klicken dann auf den Menüpunkt „Erweiterte Optionen“.

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Es öffnet sich nun ein neuen Menü Fenster, in dem wir die eigentliche Einstellung vornehmen werden. Wie im nächsten Screenshost zu sehen ist, müssen wir hier nun die Prozessoranzahl manuell festlegen. In meinem Fall sind es 6 Kerne, die ich manuell aktiviert habe. Hier rot dargestellt:

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Nachdem wir nun unsere Prozessoranzahl ausgewählt haben, klicken wir noch auf „OK“ und übernehmen diese Einstellung. Beim nächsten Neustart von Windows, werden nun die entsprechende Anzahl Prozessoren beim Booten von Microsoft Windows angesprochen.

Solltest Du bei der Umsetzung dieser Tipps & Tricks Probleme haben, kannst Du Dich gerne melden. Im nächsten Artikel werden wir weitere Tipps & Tricks ausprobieren, um das Windows Betriebssystem schneller booten zu lassen.

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